Laos, ein Königreich zerfällt

Laos, eines der ärmsten Länder dieser Erde, ist umgeben von mächtigen Nachbarn. Im Norden begrenzt durch China und Myanmar, im Westen umzingelt von Thailand. Im Süden das Tempelreich Kambodscha. Den längsten Grenzabschnitt teilt es mit der sozialistischen Republik Vietnam. Erst vor zwölf Jahren schob das Land den eisernen Bambusvorhang ein Stück zur Seite, um ein Reich, welches zu 80 Prozent aus Gebirgen, Flüssen und Djungel besteht, zu offenbahren.

In der alten Königsstadt Luang Prabang  waren vor Jahren ausschließlich Fahhräder auf den unbefestigten Straßen zu sehen. Die Frauen trugen traditionelle Röcke, gewebt von den Bergstämmen der ethnischen Vielfalt des Landes. Doch der Tourismus kommt schnell, vielerorts zu schnell. Luang Prabang ist heute gesäumt

von Mopeds, Tuk Tuks und Landrovern. Menschen, die mit Trekking- oder Kajaktouren das schnelle Geld machen wollen ohne dabei zu bedenken, dass Touristen nicht nur eine graue Masse, sondern dass Individulität und Sicherheit ebenso bedeutend sind. Wir buchen unsere Biking- und Kajaktour bei Derek, einem redseligen Kanadier. Für einen verhältnismäßig hohen Preis erwarten wir entsprechenden Service.  Nach einer durchzechnten Nacht, 11 Uhr schließen hier alle Pforten, schwingen wir uns mit Kopfschmerzen und einem flauen Gefühl im Magen auf die Montainbikes.

Dann beginnt die Fahrt auf buckligen Pisten bergab und bergauf vorbei an Khmu, Hmong und Lao-Loum Bergvölkern, Kindern, die anfangen zu weinen, da sie noch nie weiße Menschen mit blonden Haaren und blauen Augen begenet sind. Bergab, bergauf. Abseits dieser Pfade leben die Dorfbewohner im Einklang mit Ochsen, Schweinen, Hühnern ohne Zaun oder Leine, weben Röcke, trocknen Chillis oder erlegen Vögel. Als uns beim Radfahren sogar ein Elefant entgegenkommt, sind wir uns sicher: Wir befinden uns im Nirgendwo, weitab der westllichen Welt.

Dann errreichen wir unser Nachtlager: ein Dorf. Wir fallen sofort auf dem harten Holzboden in einen traumlosen Schlaf. Armeeschlafsäcke helfen gegen die nächtliche Kälte. Hin und wieder kräht ein Hahn. Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln im Gesicht. Auf in einen neuen Tag im Herzen von Laos.

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